Weihnachtslieder

Lieder zwischen Advent und Heilige Drei Könige

Letzte Änderung: 25.03.2025

Es gibt wohl kaum einen Anlass, bei dem so viel privat musiziert wird, wie die Weihnachtszeit. Dies zeigt sich nicht zuletzt auch daran, dass bei mir die Download-Zahlen der Weihnachtslieder spätestens Anfang Dezember hinaufschnellen.

Bei Weihnachtsliedern kann man grob zwei Kategorien unterscheiden, weltliche und christliche. Beide Kategorien überschneiden sich aller­dings, es kommt nicht selten vor, dass in einem eher weltlichen Lied plötzlich ein christliches Motiv anklingt, und umgekehrt. Eine weitere Überschneidung gibt es auch mit den Winterliedern, die zwar Schnee und Eis in den Vordergrund stellen, aber dann zu weihnachtlichen Themen übergehen.

In diesem Artikel stelle ich nicht alle Weihnachtslieder vor, die sich in meinem Liederbuch befinden. Wenn Sie die ganze Liste einsehen wollen, sehen Sie bitte im Liederbuch mit der Filtereinstellung Weihnachtslieder nach.

O Tannenbaum

Fangen wir doch mal mit einem Lied an, das eigentlich gar nicht als Weihnachtslied gedacht war:

In seiner Urfassung aus dem 19. Jahrhundert ist O Tannenbaum nämlich ein tragisches Liebeslied, in dem ein Mann seine ihm untreue Lieb­schaft besingt, und den „getreuen“ Tannenbaum als Vorbild darstellt.

So beginnt die zweite Strophe dort auch folgerichtig mit „O Mägdelein, o Mägdelein, wie falsch ist dein Gemüte!“

Erst durch eine weitgehende Textänderung wurde das Lied zu einem Winterlied befördert, und bei dem besungenen Tannenbaum denkt man jetzt schon fast automatisch an den Weihnachtsbaum.

Interessanterweise wird aber in der französischen und der englischen Fassung im Gegensatz zut deutschen Fassung der Weihnachtsbaum direkt besungen:

O Christmas Tree
Le Sapin
Liedanfang: Mon beau sapin

Für die englische Version gibt es sehr viele Textvarianten, die sich mehr oder weniger unterscheiden. Ich habe hier eine Variante mit einem etwas altertümlichen Englisch ausgewählt, weil diese mir besonders gut gefallen hat. Aber wundern Sie sich nicht, wenn mal Sie eine andere Fassung hören.

Zumindest in Großbritannien und in Frankreich ist O Tannenbaum also doch ein echtes Weihnachtslied geworden…

Christliches Weihnachten

Weihnachten ist ein christliches Fest, daran gibt es keinen Zweifel. So gut wie alle christlichen Weihnachtslieder besingen die Geburt Jesu, oder erwähnen sie zu­min­dest indirekt.

Advent

Macht hoch die Tür

Aus dem 17. Jahrhundert stammt das möglicherweise bekannteste Adventslied, das traditionell am 1. oder 2. Advent gesungen wird:

Inhaltlich würde es aber nicht nur zum Advent, sondern auch zu ande­ren Gelegen­heiten passen, beispielsweise zum Palmsonntag. Dass es anlässlich des Advents gesungen wird, ist eigentlich nur eine Tradition. Allerdings ist es auch nicht falsch, denn die Urauf­führung hat tatsächlich am 2. Advent 1623 stattgefunden, anlässlich der Einweihung einer Kirche in Königsberg/Ostpreussen.

Die Melodie ist aus dem 18. Jahrhundert, also etwas jünger. Daher fand die Urauf­führung mit einer älteren Melodie statt, die heute nicht mehr verwendet wird oder gar nicht mehr bekannt ist.

Es kommt ein Schiff, geladen

Hier ist ein ganz altes Adventslied, das bis ins 14. Jahrhundert zurückgeht:

Wobei, genau genommen, nur die ersten drei Strophen so alt sind. Die nach­folgen­den Strophen kamen erst später hinzu, und eigentlich sind sie es, die das Lied erst zu einem richtigen Adventslied machen. Die ersten drei Strophen werden dem spät­mittelalterlichen Theologen und Mystiker Johannes Tauler zugeschrieben, und die enthalten Allegorien („Schiff“) versteht man heute ohne weitere Erläuterungen kaum noch. Das scheint auch anderen Rezipienten so gegangen zu sein, daher die dritte Strophe, die etwas Licht in das Dunkel bringt.

Maria durch ein' Dornwald ging

Die Entstehung dieses Liedes konnte bis in das späte 19. Jahrhundert zurückverfolgt werden, allerdings deutet die Melodieführung auf ein höheres Alter hin. Ursprung und Komponist sind leider unbekannt. Die Stimmung ist überwiegend in Moll gehalten, was relativ selten ist, aber dadurch bekommt das Lied eine ganz eigen­tümliche Atmosphäre.

Anfangs als Wallfahrtslied gedacht, hat es sich ziemlich bald als Advents- und Weihnachtslied durchgesetzt. Von den ursprünglich sieben Strophen werden meist nur die ersten drei gesungen.

Die Herbergssuche

Bestandteil vieler Krippenspiele ist die Herbergssuche von Maria und Joseph, die oft szenisch dargestellt wird. Dabei wird beispielsweise folgendes Lied gesungen:

Da es sich um ein Adventslied handelt, wurde es auch gerne vor Weihnachten gesungen, wenn die Dorfjugend von Haus zu Haus zieht, anklopft und um Gaben bittet. Leider weiß ich nicht, ob es diesen Brauch immer noch gibt. Wer mir da weiterhelfen kann, möge mich gerne anschreiben!

Geburt Christi

Sei uns willkommen, Herre Christ

Wahrscheinlich das älteste bekannte deutsche Weihnachtslied ist das folgende aus dem 14. Jahrhundert:

Sei uns willkommen, Herre Christ

Die Melodie, ein Hymnus ohne eindeutige Taktstruktur, könnte sogar noch älter sein, allerdings ist dafür die Quellenlage zu dünn.

Technisch gesehen wird die äolische Tonleiter verwendet, allerdings unterscheidet diese sich nicht vom heutigen (reinen) Moll, daher konnte ich die Gitarren­harmoni­sierung auch danach auslegen.

In dulci jubilo

Ein weiteres frühes Lied, deren Melodie man seine Herkunft aus dem späten Mittel­alter ansieht, ist In dulci Jubilo:

Bemerkenswert an diesem Lied ist, dass der Text abwechselnd Latein und Deutsch ist. Der Grund hierfür ist mir nicht ganz klar, vielleicht stellt es einen Übergang von den lateinischen Hymnen zu den Kirchenliedern in deutscher Sprache dar. Sollte einer meiner Leser da mehr wissen, bin ich für Hinweise sehr dankbar!

Es ist ein Ros entsprungen

Ein weiteres altes Lied (diesmal aus dem 16. Jahrhundert) arbeitet wie im Falle von Es kommt ein Schiff, geladen mit heute nur noch schwer verständlichen Allegorien:

Die besungene Rose steht für die Gottesmutter Maria und bezieht sich auf eine Bibelstelle des Propheten Jesaja. Interessant ist, dass dieses Lied in die Mühlen der Reformation geraten ist, wodurch es verschiedene und im Detail unterschiedliche Textvarianten im katholischen und protestantischen Bereich gibt. Näheres kann aus dem Wikipedia-Artikel entnommen werden. Die hier gezeigte Textversion ist die spätere von Friedrich Layriz, die der protestantischen Fassung von Michael Praetorius folgt. Von den fünf Strophen werden oft nur die ersten drei gesungen.

Wie bei vielen populären Weihnachtsliedern gibt es auch hier zahlreiche Fassungen in anderen Sprachen. Beispielhaft sei hier die englische Version von Theodore Baker genannt:

Lo, how a rose e'er blooming

Stille Nacht

Keinesfalls fehlen darf das folgende:

Es zählt als das weltweit bekannteste Weihnachtslied, wurde in mindestens 300 Sprachen oder Dialekte übersetzt, und hat sogar eine eigene Homepage: www.stillenacht.at.

Auch bei diesem Lied sind im Laufe der Zeit verschiedene Textvarianten entstanden, teilweise auf drei Strophen eingekürzt. Die Stille-Nacht-Gesellschaft zieht in­zwi­schen wieder den Originaltext vor, und bei der jährlichen Gedenkmesse in Obern­dorf bei Salzburg, dem Entstehungsort des Liedes, werden auch wieder alle sechs Strophen gesungen.

Adeste, fideles

Ein weltweit bekanntes und gesungenes Lied ist Adeste fideles:

Adeste fideles
Fassung der „englischen Tradition“

Sie werden aber feststellen, dass die lateinische Fassung etwas schwer zu singen ist, denn der Text der zweiten bis vierten Strophe folgt nicht immer dem von den Noten vorgegebenem Versmaß. Leichter tut man sich da mit der deutschen oder der englischen Fassung des Liedes:

O Come, All Ye Faithful

Neben der vermutlich älteren englischen Tradition gibt es noch die „französische Tradition“, mit einem abweichenden lateinischen Text und mit einer dazu passenden deutschen Textvariante. Nachdem diese leichter zu singen sind und außerdem der lateinische Text deutlich verständlicher ist, mögen viele diese Variante lieber:

Adeste fideles
Fassung der „französischen Tradition“
Nun freut euch, ihr Christen

Der Textdichter der deutschen Fassung, Joseph Hermann Mohr, ist übrigens mit dem Textdichter von Stille Nacht, Joseph Mohr, nicht identisch.

Ich steh an Deiner Krippen hier

An sich nicht ein Volkslied, aber trotzdem sehr populär, ist Ich steh an deiner Krippen hier, mit der Melodie von niemand geringerem als Johann Sebastian Bach:

Der Originaltext ist von Paul Gerhardt, enthält einen großen Teil der christlichen Theologie, und hat sage und schreibe 15 Strophen. Ich verwende hier aber nur die gebräuchlichsten 9 davon; wer mehr wissen will, sollte sich den Wikipedia-Artikel ansehen.

Die Hirten auf dem Felde

Keiner weiß so ganz genau warum, aber in den Weihnachtsliedern werden die Hirten auf dem Felde besonders herausgehoben. Möglicherweise liegt das daran, dass der Beruf des Hirten in der Entstehungszeit der Lieder weit verbreitet war und daher eine besondere Saite in den Menschen zum Erklingen gebracht hat. Oder auch daran, dass im Mittelalter und der frühen Neuzeit die Hirten meist sehr arm waren und daher die Besonderheit, dass laut der Bibel die Hirten die ersten Fremden waren, die das Jesuskind zu sehen bekamen, als etwas Besonderes angesehen wurde. Die meisten Lieder, die diesen Aspekt beleuchten, beschreiben auch die Ver­kün­di­gung durch die Engel, oder erwähnen sie zumindest.

Vom Himmel hoch

Das bekannteste weihnachtliche Hirtenlied ist vermutlich Vom Himmel hoch, da komm ich her. Text und Melodie stammen von Martin Luther, und das Lied hat beeindruckende 15 Strophen, von denen aber oft nur die ersten drei verwendet werden.

Es gibt aber noch ein zweites „Vom Himmel hoch“-Lied, nämlich Vom Himmel hoch, o Engel, kommt. Während das vorstehende von Martin Luther und daher eher in protestantischen Kreisen zu finden ist, wurde dieses (vermutlich) von dem bekannten Jesuiten Friedrich Spee verfasst und ist daher eher im katholischen Raum zu finden:

Kommet, ihr Hirten

Kaum weniger bekannt dürfte das Lied Kommet, ihr Hirten sein:

Die Melodie stammt aus Böhmen, und daher ist es nicht verwunderlich, dass der originale Text in tschechischer Sprache ist.

Nesem vám noviny
Die tschechische Originalversion von „Kommet, ihr Hirten“

Auf, ihr Hirten!

Leider weiß ich zu dem nachstehenden Lied relativ wenig zu sagen. Nach meinen Unterlagen kommt es aus der früher deutschsprachigen Gegend um Kremnitz (Kremníca, Slowakei). Nach dem Stil von Text und Melodie müsste es ungefähr Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden sein. Wenn mir ein Leser mehr sagen kann, bin ich sehr dankbar.

O Freude über Freude

Vom Lied O Freude über Freude werden oft nur die ersten beiden Stophen gesungen, was aber schade ist, denn zum Hirtenlied wird es eigentlich erst dann, wenn man alle Strophen betrachtet.

Das Lied stammt aus Schlesien (vermutlich aus der Gegend um Oppeln), und es gibt auch eine Textvariante in schlesischer Mundart:

O Freda über Freda
Die schlesische (Original-)Version von „O Freude über Freude“

Gloria

Ein ganz besonderes Hirtenlied ist das französische Les Anges, dans nos cam­pag­nes, das besonders durch das lang gezogene Gloria im Refrain wirkt:

Gloria
Liedanfang: Les Anges, dans nos campagnes

Von den sehr vielen Strophen des Gloria werden oft nur die ersten drei gesungen.

Es gibt bei diesem Lied zwar auch mehrere deutsche Versionen, zum Beispiel Engel auf den Feldern singen oder Hört der Engel helle Lieder, aber die sind allesamt noch urheberrechtlich geschützt, daher kann ich sie hier ohne Erlaubnis leider nicht abdrucken. Wer sich einen der deutschen Texte anderweitig verschafft (oder das Lied zufällig bei Youtube findet), darf es natürlich zu seinem Privatvergnügen trotzdem singen.

Sternsingerlieder

Die Hirten waren zwar die ersten, aber nicht die einzigen Besucher in der Krippe. Die Heiligen Drei Könige, die eigentlich wohl Magier und Sterndeuter waren, und deren Fest bei uns erst am 6. Januar gefeiert wird, kamen wohl kurz danach, und die Geschenke, die sie brachten, sind wohl der Ursprung der Tradition, zum Weihnachten Geschenke zu machen. Tatsächlich werden in anderen Ländern die Geschenke folgerichtig auch erst am 6. Januar verteilt. Hierzulande ist der 6. Januar aber der Tag der Sternsinger, und diese habe auch ihre eigene Liedtradition:

Die heil'gen drei König' mit ihrigem Stern
Wir heil'gen drei König' mit unserem Stern

Es ist für uns eine Zeit angekommen

Das Lied Es ist für uns eine Zeit angekommen wereden möglicherweise nicht viele sofort als Sternsingerlied identifizieren. Es ist heute in der Fassung von Paul Hermann aus dem Jahr 1939 populär, bei der jeder Bezug auf die christliche Religion (vermutlich auf Geheiß des damaligen Regimes) entfernt wurde, und wodurch ein reines Winterlied geschaffen wurde. Ich hätte gerne auch diese weltliche Textfassung gezeigt, allerdings ist der Autor erst 1970 gestorben, daher unterliegt sie bis Ende 2040 noch dem Urheberrechtsschutz, und ich will mich nur ungern mit den Rechteinhabern anlegen. Daher ist nachstehend die Originalfassung von 1902 abgedruckt. Sie werden allerdings beispielsweise bei Youtube fast nur die modernisierte Fassung finden.

Bürgerliches Weihnachten

Weihnachten ist allerdings auch ein bürgerliches Fest. Sicherlich gehört für viele zu den frühesten Kindheitserinnerungen, wie man zu Weihnachten Geschenke bekommen hat. Und so gibt es auch eine ganze Reihe von Liedern, mit denen diese Tradition besungen wird. Diese Lieder stammen recht häufig vom Anfang des 19. Jahrhunderts, als die Säkularisierung das Weihnachtsfest mehr als ein bürgerliches und weniger als ein religiöses Fest betrachtet hat. Dies betraf jedoch eher die bürgerliche Mittel- und Oberschicht, und das ist auch der Grund, warum in so vielen bürgerlichen Weihnachtsliedern lange Listen von Geschenken aufgezählt werden. Außerdem bringt hier nicht mehr das Christkind oder der Weihnachtsmann oder der Nikolaus die Geschenke, diese Rollen übernehmen jetzt auch offiziell die Eltern.

Morgen, Kinder, wird's was geben

Wie nicht anders zu erwarten, gibt es auch hier leicht unterschiedliche Textvarianten, die sich im Laufe der Zeit herausgebildet haben. Auch werden oft nicht alle der sieben Strophen verwendet.

Morgen, Kinder, wird's was geben
Titel: Die Weihnachtsfreude

Ebenso ausführlich werden die Geschenke in diesem Lied von 1840 aufgelistet:

Morgen kommt der Weihnachtsmann
Titel: Der Weihnachtsmann

Interessanterweise würde man heute kaum noch ein ganzes Kriegerheer wünschen oder verschenken, denn Weihnachten wird inzwischen eher als ein Fest des Friedens angesehen. So ist es auch kein Wunder, dass es diverse entschärfte Umdichtungen dieses Liedes gibt, die allerdings neueren Datums und daher noch geschützt sind. Der Dichter des Originals ist übrigens Heinrich Hoffmann von Fallersleben, der Dichter der deutschen Nationalhymne, und er ist sicher noch einen eigenen Artikel wert.

Die Melodie stammt aus Frankreich, ist von 1761 (oder ein bisschen früher), und das hat mit Weihnachten rein gar nichts zu tun, sondern ist ein Liebeslied. Obwohl dieser Artikel eigentlich ja von Weihnachtsliedern handelt, sei dieses Liebeslied dennoch hier erwähnt:

Ah ! vous dirai-je, maman
Titel: La Confidence naïve
Das Liebeslied, dessen Melodie bei „Morgen kommt der Weihnachtsmann“ verwendet wurde

Wer sich in klassischer Musik auskennt, wird vielleicht wissen, dass Mozart zu diesem Lied Variationen geschrieben hat (KV 265/300e). Kein Wunder, Mozart war für Liebesdinge ja immer zu haben. 😉

Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen

Nicht immer kann man das christliche und das bürgerliche Weihnachtsfest klar trennen, dazu sind die Traditionen zu eng verwoben. Das zeigt sich auch in den Liedern, die beide Aspekte miteinander mischen:

Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen
Titel: Weihnachtsspruch

Lasst uns froh und munter sein

OK, das ist eigentlich ein Nikolauslied und kein Weihnachtslied, aber wer wird denn schon so pingelig sein…

Dieses Kinderlied hat eine längere Geschichte hinter sich. Meist werden nicht alle Strophen gesungen, und die Strophen 2 und 4 wurden vermutlich ohnehin später eingefügt.

Winterliche Weihnachtslieder

Das Datum für Weihnachten wurde eher willkürlich in den Winter gelegt und ist historisch gesehen sehr fragwürdig (zum Beispiel würden Hirten in Palästina im Winter normalerweise nicht auf dem Feld bei ihren Tieren übernachten). Zumindest auf der Nordhalbkugel sind Weihnachten und Winter allerdings eng verwoben, und so ist es kein Wunder, dass viele Lieder beide Aspekte miteinander vermischen:

Leise rieselt der Schnee
Titel: Weihnachtsgruß
Kling, Glöckchen, klingelingeling

Weihnachten im Dialekt

Da es sich bei Weihnachten um das populärste christliche Fest handelt, gibt es auch Weihnachtslieder in Dialektform:

Weihnachtslieder in anderen Sprachen

Weihnachtslieder gibt es natürlich in vielen Sprachen, und es wäre eine wahre Herkulesaufgabe, alle zusammenzusammeln. Ich kann daher hier nur meine persönliche Auswahl vorstellen. Ein paar davon wurden schon ja in vorstehenden Kapiteln erwähnt.

Hark! The Herald Angels Sing

Eines meiner persönlichen Favoriten aus dieser Kategorie ist der englische Choral Hark! The Herald Angels Sing, der in Großbritannien selten bei einer Weihnachtsfeier fehlen darf.

Also, genau genommen ist er nur zur Hälfte englisch, denn der Text ist zwar von Charles Wesley, aber die Melodie ist von Felix Mendelssohn Bartholdy.

Die heute meist gesungene Variante ist erst 1961 entstanden, und um Urheber­rechts­proble­men aus dem Weg zu gehen, verwende ich hier den Originaltext von Charles Wesley in der Adaption von George Whitefield, mit nur geringfügig moder­ni­sierter Schreibweise. Die heute kaum noch verwendeten Strophen 4 und 5 habe ich dabei weggelassen. Wer sich mit den Unterschieden der verschiedenen Textvarianten näher befassen will, kann zum Beispiel den Artikel aus dem englischen Wikipedia konsultieren.

Tu scendi dalle stelle

Ebenfalls zu meinen Favoriten gehört das in Italien sehr bekannte Lied Tu scendi dalle stelle (Du kommst von den Sternen herab). Es ist in Italien vermutlich ebenso bekannt wie bei uns Stille Nacht.

Es besteht insgesamt aus sieben Strophen, allerdings werden oft nur die ersten drei gesungen. Es gibt zwar auch eine deutsche Fassung von Christine Riedl, die aller­dings auch wieder zu neu ist, um sie hier zeigen zu können.

We Wish You a Merry Christmas

Das nachfolgende haben Sie sicher auch schon in verschiedenen englischen Filmen gehört, möglicherweise sogar in einer Szene, bei denen man die „Carol Singers“ sieht, wie sie von Haus zu Haus ziehen. Ob die Sänger dann aber auch immer den geforderten Feigen­pudding bekommen, würde ich aber wohl doch eher bezweifeln …

Jingle Bells

Erinnern Sie sich noch an O Tannenbaum vom Anfang, das ja eigentlich gar kein Weihnachts­lied, sondern ein Winterlied ist? Auch das folgende Lied wird immer gerne zur Weihnachtszeit gesungen, ist aber auch „nur“ ein Winterlied, aber ein sehr bekanntes (also, zumindest die erste und die vierte Strophe):

Jingle Bells
Liedanfang: Dashing through the snow

Damit wäre nun der Kreis geschlossen. Viel Freude beim Singen!